Das Panel fand im Rahmen des International Law Weekend 2026 statt, das die American Branch of the International Law Association (ABILA) vom 22. bis 24. Oktober 2026 an der Fordham Law School veranstaltete. Unter dem Titel „Immunity Under Pressure: International Organizations Between Functional Protection and Adequate Accountability“ kamen Vertreter*innen aus Wissenschaft und Praxis zusammen, um aktuelle Herausforderungen im Recht der Immunitäten internationaler Organisationen zu diskutieren. Christiane Ahlborn vom Institut für Völkerrecht und Internationale Beziehungen der Universität Graz organisierte das Panel gemeinsam mit Michael Moffatt und übernahm die Moderation.
Das Panel wurde vom United Nations Law Committee der ABILA unterstützt, dessen Vorsitz Ahlborn gemeinsam mit Moffatt innehat.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich der für die Aufgabenerfüllung internationaler Organisationen erforderliche Schutz mit Rechenschaftspflicht und wirksamen Rechtsschutzmöglichkeiten in Einklang bringen lässt. Erörtert wurden insbesondere die Auswirkungen nationaler Gesetzgebung, exekutiver Maßnahmen, gerichtlicher Verfahren zur Anfechtung von Immunitäten sowie von Gutachtenverfahren vor dem Internationalen Gerichtshof auf dieses Spannungsverhältnis.
Weitere Schwerpunkte waren die Handlungsfähigkeit internationaler Organisationen in bewaffneten Konflikten, menschenrechtliche Fragen und die Angemessenheit interner Rechtsschutzmechanismen. Dabei wurden aktuelle Rechtsprechung, unterschiedliche Auffassungen zum Verhältnis zwischen Immunität und Rechenschaftspflicht sowie mögliche neue Lösungsansätze behandelt.
An der Diskussion beteiligten sich Kristina Daugirdas (University of Michigan Law School), Mary Catherine Malin (ehemalige Assistant Legal Adviser for Diplomatic Law und Deputy Legal Adviser im US-Außenministerium), Michael Moffatt (Internationaler Gerichtshof), Vikram Raghavan (Weltbank) sowie August Reinisch (Universität Wien; Mitglied und Sonderberichterstatter der Völkerrechtskommission der Vereinten Nationen).
Das Panel verband wissenschaftliche Perspektiven mit Erfahrungen aus der institutionellen und diplomatischen Praxis und bot Raum für den Austausch über die künftige Ausgestaltung von Immunität und Rechenschaftspflicht internationaler Organisationen.