Erschütterungen des internationalen Energiemarkts spüren wir alle, weshalb das Thema Ölhandel kaum jemanden in der Wirtschaft und in der Wissenschaft kalt lässt. Weil der Markt nicht an nationalen Grenzen Halt macht, schien es naheliegend, jene dazu zu befragen, die sich auf dem internationalen Parkett und im internationalen Recht auskennen: Erika De Wet, Christiane Ahlborn und Vivienne Sailer, alle Institut für Völkerrecht und Internationale Beziehungen unserer Fakultät, legten zunächst in drei konzisen Vorträgen Grundlegendes dar. Sie gingen nach Begrüßungen bzw. einleitenden Worten von Dekanin Gabi Schmölzer, WKO-Vizepräsidentin Gabi Lechner und Jürgen Roth, Unternehmer und Obmann des Fachverbands Energiehandel der Wirtschaftskammer Österreich, etwa darauf ein, wie die OPEC als internationale Organisation angelegt ist und wie sich ihr Einfluss über die Jahre entwickelt hat, wieso sie in Abwesenheit eines die Staaten als solche betreffenden Wettbewerbsrechts nicht als klassisches Kartell zu qualifizieren ist, wie aktuelle geopolitische Entwicklungen den Ölhandel beeinflussen – und wie der Ölhandel umgekehrt als Verhandlungsmasse zur Durchsetzung staatlicher Interessen genutzt wird. Insbesondere wurde klar, dass die Rolle der OPEC(+) als Mittlerin zwischen verschiedenen Interessen (der Öl fördernden bzw. der Öl kaufenden Staaten) derzeit von bewaffneten Konflikten überlagert wird, und dass auch die Organisation des Ölhandels ähnlich tiefgreifenden Veränderungen unterworfen sein könnte wie die internationale Ordnung insgesamt.
Im Anschluss entwickelte sich unter Moderation von Jürgen Roth eine spannende Diskussion. Neben Fragen an die Vortragenden steuerten Roth und weitere Vertreter*innen der Wirtschaft wertvolle Einschätzungen zur aktuellen Lage bei. Nach dem Ende der Veranstaltung wurden die so begonnenen Konversationen bei einem Getränk fortgeführt und neue Netzwerke geknüpft.
Wir bedanken uns bei den Vortragenden, bei unseren Kooperationspartner*innen bei der WKO Steiermark und zahlreichen interessierten Zuhörer- und Mitdiskutant*innen! Die nächste Ausgabe von „Recht und Wirtschaft im Dialog“ wird im Frühling 2027 an der REWI Uni Graz stattfinden.