Vom 17. bis 19. Juni 2026 nahm Vivienne Sailer, Universitätsassistentin am Institut für Völkerrecht und Internationale Beziehungen der Universität Graz, an der Dreiländertagung der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) in Friedrichshafen (Deutschland) teil.
Im Rahmen eines internationalen Panels zur Gesetzgebung im DACH-Vergleich hielt sie einen Vortrag mit dem Titel „Grenzenlose Energie: deutsch-österreichische Kooperation im Energiesektor im Völkerrecht und nationalen Recht“. Ausgehend von den Erdgasspeichern Haidach und 7fields, gelegen in der Nähe von Salzburg, die inzwischen sowohl an das deutsche als auch an das österreichische Gasnetz angeschlossen sind, beleuchtete sie die Herausforderungen für die Gesetzgebung durch die Verflechtung von Unionsrecht, Völkerrecht und nationalen Energierechtsordnungen.
Sie zeigte auf, dass das planmäßige Auslaufen des Speicherabkommens zwischen Deutschland und Österreich nicht als Rückschritt für den europäischen Energiebinnenmarkt zu verstehen ist, zugleich aber Fragen der Energieversorgungssicherheit, der Energiesolidarität gemäß Art. 194 AEUV sowie der Kompetenz- und Verantwortungsteilung nach der SOS-Verordnung (EU) 2017/1938 aufwirft. Die parallele Geltung von österreichischem Gaswirtschaftsgesetz und deutschem Energiewirtschaftsgesetz führt dabei zu offenen Anwendungsfragen.
Die Dreiländertagung bot Vivienne Sailer zudem die Gelegenheit, sich mit etablierter und Nachwuchsforschung aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu vernetzen und interdisziplinär über die Zukunft der europäischen Integration, (rechtlichen) Governance und Demokratieforschung zu diskutieren.