Institutsleiterin Univ.-Prof. Dr. Erika de Wet war im Ö1-Podcast “Krieg und Frieden” zu Gast, wo sie über die Möglichkeiten, den Ukraine-Krieg zu beenden referierte. Dabei zeichnete sie ein nüchternes Bild.
NATO-Truppen als Überwacher hält sie für nicht vorstellbar. Ein realistisches Szenario sei ein eingefrorener Konflikt nach zypriotischem Modell: UN-Truppen in einer Pufferzone, abgesichert durch einen Sicherheitsratsbeschluss, ohne Anerkennung der besetzten Gebiete als russisches Territorium – keine gute, aber eine der weniger schlechten Optionen. Entscheidend sei dabei Chinas Rolle. Die Machtverhältnisse hätten sich dramatisch verschoben, und Europa dürfe Russland nicht noch weiter in Pekings Arme treiben. Das geplante Sondertribunal gegen Putin werde bestenfalls Verurteilungen in Abwesenheit liefern, eine Auslieferung sei nicht realistisch. Beim EU-Beitritt der Ukraine bewege sich nach der Ära Orbán wieder etwas in die richtige Richtung – doch bleibe noch erheblicher Weg zurückzulegen.
Ö1, Krieg und Frieden, Aus Schutt und Asche: Die Ukraine von morgen (2/17), 25. Juni 2026, Link