Im Zusammenhang mit Prof. em. Dr. Martti Koskenniemis Besuch an der Universität Graz letzten Herbst führte Assoz. Prof. Mag. Dr. Benedikt Harzl, M.A. ein Gespräch mit ihm über Unsicherheit, Unbestimmtheit und den Wert der Ignoranz.
Koskenniemi betonte, dass Recht grundsätzlich indeterminiert sei und deshalb stets unterschiedliche, auch gegensätzliche Argumentationen ermögliche. Gerade diese Offenheit mache die Stärke juristischer Praxis aus. Recht könne politische Konflikte strukturieren, sie jedoch nicht endgültig lösen. Zugleich warnte er vor einer zunehmenden Verlagerung politischer Entscheidungen auf Expertengremien: Expertise sei niemals neutral, sondern stets mit bestimmten Perspektiven und Interessen verbunden. Demokratie verlange daher die Bereitschaft, unter Bedingungen von Unsicherheit Verantwortung zu übernehmen.
Das Interview kann hier nachgelesen werden (in englischer Sprache).